Stellungnahme der Grünen kritisiert

Grubenwasser-AG „fast sprachlos“

IVZ 02.08.2019

IBBENBÜREN. Dass ausgerechnet die Ibbenbürener Grünen vom Grubenwasserkonzept überzeugt sind, hat die Grubenwasser-AG „fast sprachlos gemacht“, heißt es in einer Pressemitteilung. „In den nach meiner Meinung sehr unkonkreten Aussagen der Grünen zum Grubenwasserkonzept werden wesentliche Dinge bewusst oder unbewusst einfach weggelassen“, schreibt Norbert Wesphal.

Die Grubenwasser-AG schreibt: „Laut Konzept soll das Grubenwasser bis auf 63 Meter über NN ansteigen. Es gibt aber im direkten und erweiterten Einwirkungsbereich der RAG etliche Brunnen, wo unterhalb von 63 Meter über NN Grundwasser entnommen wird. Die Sohle des Ibbenbürener Aasees liegt bei ca. 55 Meter über NN. Prof. Fischer von der RAG hat noch unlängst in einer Broschüre der RAG einen Abstand zwischen Gruben- und Grundwasser von 150 Meter für absolut notwendig gehalten. Baut man etwa auf ein Kurzzeitgedächtnis der Ibbenbürener Bevölkerung?

Nach Prognosen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) soll das Grubenwasser demnächst am Auslauf in Püsselbüren eine Temperatur von ca. 13 Grad haben. Das Grundwasser in unserer Region hat aber nur eine Temperatur von ca. acht Grad. Woher kommt die Differenz, wenn es angeblich keine Verbindung zwischen Gruben- und Grundwasser gibt? Das Thema bezüglich des Ultragiftes PCB haben die Grünen in ihrem Artikel fast gänzlich totgeschwiegen. Das LANUV hat noch im Juni 2018 im Grubenwasser der RAG einige hundert Meter vor der Ibbenbürener Aa eine sehr hohe PCB-28 Konzentration von über 60 Mikrogramm gemessen. Ein seit Jahren fast gleich hoher Wert. (…) Es gibt im Übrigen keine Einleitungserlaubnis für die Einleitung von PCB in Oberflächengewässer. All diese offenen Fragen sind für die Grubenwasser-Arbeitsgruppe Grund genug, dass man ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung und einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung fordert.

Außerdem ist die Grubenwasser-AG der festen Überzeugung, dass zum Beispiel Herr Grigo von der Bezirksregierung Arnsberg Ende April besser nicht an der gemeinsamen Sitzung der Umweltausschüsse teilgenommen hätte, da er ja bekannterweise ab dem 1. August 2019 bei der RAG beschäftigt ist.

Die Angelegenheit hat zumindest Geschmäckle, wie der Schwabe sagt, und sollte die Stadtratsfraktionen in den Kohlegemeinden und insbesondere die Grünen zum Überdenken bewegen. Mitglieder der Grubenwasser-AG waren zumindest am vergangenen Wochenende in Nalbach im Saarland und haben dort einen regen Erfahrungsaustausch mit dem Bürgermeister und weiteren Personen vorgenommen. Sie waren von den Aktionen und der Klage der 28 Gemeinden tief beeindruckt“, heißt es in der Pressemitteilung.